© Alexandre Lamoureux

Baudenkmäler und Kulturerbe

in Saint-Nazaire

Kulturerbe in Saint-Nazaire, das bedeutet Vielfalt: es geht um die Stadt, das Meer, die Industrie, auch Erinnerung an Krieg. Kulturerbe heißt, mit allen Sinnen die Orte zu erleben, seien sie spektakulär oder sehr diskret, die uns die Geschichte der Menschen erzählen, die dieses Gebiet geprägt und geformt haben.
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Aus der Vorgeschichte

Zahlreiche Megalithen und archäologische Funde bezeugen, dass die Gegend um Saint-Nazaire schon seit sehr langer Zeit bewohnt ist. Vor etwa 6 000 Jahren wurden die Menschen sesshaft und bauten Gebäude aus Stein. Das große Hügelgrab Tumulus de Dissignac, oder auch der Dolmen Trois Pierres und der daneben stehende Menhir, die sich heute mitten in der Stadt befinden, sind Zeichen für die soziale und spirituelle Gesellschaftsordnung der ersten Bewohner dieser Region.

Klicken Sie hier, um das Hügelgrab Tumulus de Dissignac zu entdecken.

Im 19. Jahrhundert

der Aufschwung von Saint-Nazaire

Die Stadt wendet sich dem Meer zu

Mitte des 19. Jahrhunderts ändert sich das Schicksal der Stadt von Grund auf. Der Beschluss, Saint-Nazaire zum Vorhafen von Nantes zu machen, bringt einen unaufhaltbaren Aufschwung mit sich. Bald lässt sich die erste große Werft nieder, und Saint-Nazaire wird Überseehafen für die Reederei Compagnie Générale Transatlantique. Das „kleine bretonische Kalifornien“ ist in aller Munde… Die auf Seehandel und Schiffbau beruhende Wirtschaft der Stadt geht Hand in Hand mit einer wahren Bevölkerungsexplosion. Eine neue Stadt schießt aus dem Boden. Trotz der Zerstörungen während des  2. Weltkrieges können Sie heute beim Spaziergang durch die Stadt noch einiges Kulturgut aus dem 19. Jahrhundert ausfindig machen, Zeugen einer Zeit, die für die Stadt nahezu ein goldenes Zeitalter war…

Rund um das erste Hafenbecken („bassin de Saint-Nazaire“) finden Sie Spuren der Stadt des 19. Jahrhunderts; mehrere Elemente der Hafenanlagen stammen aus dieser Zeit: die erste Hafenmauer („Vieux Môle“) von 1835; die beiden Molen, jede mit ihrem Leuchtturm, die die „Krabbenschere“ bilden; die Schleuse am westlichen Ende des Hafenbeckens… Das ehemalige Pumpwerk, das man leicht an seinem hohen Schornstein aus Backstein erkennt, wurde etwas später errichtet, ist jedoch ein bemerkenswertes Gebäude. Das Pumpwerk hatte eine wichtige Aufgabe, es war dafür zuständig, dass der Wasserstand innerhalb des Hafens nie absank. Andere Zeugen dieser Seefahrerzeit sind die Leuchttürme Villès-Martin, der 1865 in Dienst gestellt wurde, und der Leuchtturm im Stadtviertel Kerlédé (1897).

Besondere Glanzstücke

Vom Hafen aus können Sie in wenigen Schritten den ehemaligen Bahnhof, der 1867 nur wenige Meter entfernt vom Überseehafen eingeweiht wurde, erreichen. Die alte Bausubstanz ist zum Teil in das moderne nach Simone Veil benannte Theater integriert. Die Franziskanergalerie, eine ehemalige Kapelle aus dem Jahr 1875, ist heute ein Ausstellungsraum. Etwas weiter an der Strandpromenade stoßen Sie auf ein ehemaliges Fort, das Fort de Villès-Martin. Es wurde 1861 zur Überwachung der Loiremündung errichtet. Im Stadtviertel Penhoët steht noch die alte Markthalle, 1877 im Baltard-Stil der alten Pariser Markthallen erbaut. Sie ist das älteste öffentliche Gebäude der Stadt, das heute noch benützt wird.

Durch das kleine Stadtviertel La Havane müssen Sie auf jeden Fall schlendern. Mit all den schönen villenartigen Häusern entlang der Straßen zwischen Seepromenade und Botanischem Garten werden Sie sich direkt in die Jahre um 1900 versetzt fühlen. Der Botanische Garten ist ein sehr angenehmer, ruhiger Park, der 1887 eröffnet wurde. Er liegt ganz in der Nähe zum Stadtzentrum und doch direkt am Meer.

Eine Stadt im

Wiederaufbau

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die zu 85% zerstörte Stadt eine riesige Baustelle. Innerhalb von 14 Jahren entstanden 12 000 Wohnungen, etwa hundert öffentliche Gebäude und ein Straßennetz von insgesamt 120 km Länge.

Ab 1948 gibt es Aufschwung; man baut zahlreiche mittelgroße Wohngebäude, oft in regionalem oder traditionellem Stil oder auch an die Moderne angelehnt. Die Fassaden werden mit Kalkstein, Ziegeln, rosafarbigem oder hellgelbem Sandstein verputzt, Glassteine oder weißer Anstrich bringen Helligkeit. Und die Bevölkerung entdeckt die modernen Bequemlichkeiten der funktionellen, lichtdurchfluteten Wohnungen.

Das Qualitätslabel „Patrimoine du XXe siècle“ („Kulturerbe des 20. Jahrhunderts“) wurde vom französischen Kulturministerium 1999 geschaffen, um bemerkenswerte Leistungen in der Architektur und im Städtebau zu identifizieren und hervorzuheben.

In Saint-Nazaire wurde das Label unter anderem dem Rathaus und der Sporthalle mit dem Spitznamen „fliegende Untertasse“ verliehen, aber auch dem ehemaligen U-Bootbunker und dem großen Normandie-Dock im Hafengebiet. Der Wert dieser Gebäude als Zeugen für technische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft ist damit anerkannt.

Alle Baudenkmäler in und um Saint-Nazaire

auf einen Blick

Diese Karte verzeichnet alle Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler der Stadt und ihrer Umgebung.

Die Saint-Nazaire-Brücke

Die Saint-Nazaire-Brücke

Die 1975 fertiggestellte Brücke von Saint-Nazaire, mit ihren weiß-rot gestrichenen Pfeilern, spannt sich in elegantem Bogen bis zu 61 m hoch über die Loiremündung. Sie ist eine der größten Hängebrücken Europas, und verbindet Saint-Nazaire und Saint-Brévin mit einer Länge von mehr als 3 km.

Ein guter Rat: es ist gefährlich, die Loirebrücke zu Fuß oder mit dem Rad zu überqueren, und wir raten sehr davon ab. Im Sommer gibt es spezielle Busverbindungen. Im Tourismusbüro geben wir Ihnen gerne Auskunft.